Fehmarn: Unsere Nacht im sleeperoo

Blubb. Blubb. Blubb… Ich muss bei den Geräuschen heute Nacht bestimmt ständig aufs Klo, ist mein erster Gedanke. Mein zweiter: Mir ist jetzt schon so warm. Löse ich wohl die Alarmanlage aus, wenn ich nachts ein Fenster öffnen will? – Glucker. Glucker. Glucker… Vielleicht steige ich heute Nacht einfach mal in den Whirlpool. Oder wir spielen morgen früh Wasserball. Nur wir drei. Bei Sonnenaufgang und mit Blick aufs Meer. – Das sind die Gedanken, die man hat, wenn man nachts in einem Schwimmbad eingeschlossen ist. Alleine mit seinen beiden Lieblingsmenschen. Eine Mischung aus „Ist ja cool!“ und „Jetzt wird es mir aber mulmig!“ Die Mulmigkeit ist dann schneller weg als vermutet. Was bleibt, ist irre lustig. Und total abgefahren.

Das sleeperoo von innen: groß und gemütlich(Copyright: Axel Martens)

Das sleeperoo von innen: groß und gemütlich
(Copyright: Axel Martens)

So abgefahren, wie die Idee vom sleeperoo. Ausgedacht hat sich das Karen Löhnert. Sie bietet nachhaltige Pop-up-Erlebnisübernachtungen an. An Orten, an denen man immer schon übernachten wollte, es bislang aber nie für möglich hielt. Im Museum. Vor einem riesigen Aquarium. Oder auf einem Berggipfel. – Damit man sich an den abgefahrensten Orten sicher und geborgen fühlt, hat sie eine Art Wohnwürfel erfunden, den sleep Cube. Zwölf Kubikmeter groß und für außergewöhnliche Erlebnisübernachtungen konzipiert. Unser sleeperoo steht im FehMare. Einem Erlebnisbad auf Fehmarn. Direkt am Panoramafenster. Eine Mischung aus Zelt und Mini-Wohnwagen. Innen mit einer großen Sojaölkernmatratze, auf der wir locker zu dritt Platz haben und die eine komfortable Ablagefläche umrahmt.

Noch um Mitternacht planschen wir abwechselnd im Wasser, im Whirlpool, oder wir liegen mit unseren Büchern am Rande des Kinderbeckens, in dem unsere Tochter begeistert spielt. Der absolute Wasser-Overkill. Draußen ist es stockdunkel. Und langsam werden wir müde. Und hungrig. Da natürlich das Pool-Restaurant nicht für uns geöffnet bleibt, haben wir nichts zu essen. Oder doch: Da gab es diesen Karton, den man uns am Eingang in die Hand gedrückt hatte. Wir wühlen und finden zuerst einmal das, was wir jetzt dringend brauchen: Essen!

Nachhaltig durch und durch: die Box zum sleeperoo(Copyright: Axel Martens)

Nachhaltig durch und durch: die Box zum sleeperoo
(Copyright: Axel Martens)


Schoko-Snacks, Fruchtpapier und Wirsingchips. Außerdem entdecken wir einen grünen Mango-Grünkohl-Spinat-Smoothie, Mango-Nektar und ein Fläschchen Merlot. Und weil wirklich an alles gedacht ist, liegen auch noch Ohrstöpsel, eine Rolle mit dem Blauen Engel zertifiziertes Toilettenpapier sowie vegane und fair produzierte Einhorn-Kondome in der Box.

Wir gehen in die extra für uns reservierten Duschen, putzen die Zähne und ziehen uns – immerhin liegen wir am Panoramafenster – unsere mit Sorgfalt ausgewählte Nachtwäsche an. Müde vom Toben (die Kleine) und schon etwas beduselt vom Merlot (die Großen), fallen wir auf die Matratze, sind im Nu eingeschlafen und werden erst in aller Frühe vom Klappern der Putzfrauen wach. „Na? Schwimmen?“, flüstere ich meiner Tochter zum Aufwachen ins Ohr. Und schwupps, sind meine Beiden wieder wach.

Noch drei Stunden, dann kommen die ersten Badegäste ins FehMare. Und die nächsten Gäste, die eine Nacht im sleeperoo gebucht haben. Vorher müssen wir noch unsere Testschläfer-Fragebögen ausfüllen. Wie es uns gefallen hat. Was man noch verbessern könnte. Denn nur wenige Wochen nach uns wird das sleeperoo seinen Betrieb ganz offiziell aufnehmen und an immer wieder neuen Orten Träume wahr werden lassen.

Welche das sein werden, steht immer aktuell hier.

In „In Koffern, Katen und Kojen“ steht noch viel mehr über das sleeperoo, unsere Nacht im FehMare, die überraschte Reaktion eines Skaters vor dem Panoramafenster, rotes Flatterband und die Frage, wo unsere nächste Erlebnisübernachtung sein wird. Gibt's im Buchhandel und gleich hier zum Vorbestellen.

 

 

Bergisches Land: Im Baumhaus

Eigentlich hatten wir mit einer wackligen Leiter und einem kleinen dunklen Verschlag gerechnet, als wir durch den Naturerlebnispark Panarbora im Bergischen Land auf die Baumhäuser zugingen. So eine Art Hochsitz hatten wir uns unter einem sieben Meter hohen Baumhaus vorgestellt. Aber was wir dann sahen, war das genaue Gegenteil: hell, cool und wunderbar stabil. Die Baumhäuser sind von der Eingangsseite aus problemlos über eine kleine Brücke und Holzstege erreichbar. Erst auf der Rückseite fällt die Landschaft ab. Richtig tief, bis zu sieben Meter. Ganz unten verläuft ein Pfad durch den Wald. Er ist Teil des alles umrundenden Sinnenpfades. Der Blick in den Wald ist besser als jeder Fernseher. Und es riecht nach Bäumen, nach Draußen, nach Natur.

Stelzenläufer: die Baumhäuser in Panarbora

Stelzenläufer: die Baumhäuser in Panarbora

Das ist auch im Innern der fünf unterschiedlich großen Baumhäuser so. Alles ist aus Holz. Es gibt ein Badezimmer, Heizungen, Tische und Stühle und Baumhäuser in den Baumhäusern, denn die Hochbetten sehen ebenfalls wie kleine Baumhäuser aus. Jedes Bett ähnelt einer kleinen Schlafkoje, die über einen Leiter-Baumstamm zu erreichen ist. Liegt man einmal eingekuschelt unter weichen Daunen, kann man durch ein Fenster den Wald beobachten.

Baumhaus im Baumhaus: Die Hochbetten  geben einem das Gefühl, mitten in den Bäumen zu schlafen

Baumhaus im Baumhaus: Die Hochbetten  geben einem das Gefühl, mitten in den Bäumen zu schlafen

Wann sich dort welche Tiere tummeln, erfahren wir auf den Infotafeln auf der anderen Seite des Geländes: auf dem 40 Meter hohen Aussichtsturm, von dem auch der 1.635 Meter lange Baumwipfelpfad abgeht. – Wir erkunden den Park, das Gelände und die zahlreichen Häuser und Stationen von Panarbora, das zum Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Rheinland gehört. Auf dem Pfad läuft man bis zu den Baumhäusern und kreuzt dabei drei Themendörfer, die Orten in Südamerika, Afrika und Asien nachempfunden sind und ebenfalls außergewöhnliche Übernachtungen bieten.

Neben den Baumhäusern gibt es weitere ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten in den einzelnen Themendörfern

Neben den Baumhäusern gibt es weitere ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten in den einzelnen Themendörfern

Vor dem Schlafengehen schlendern wir noch einmal ins Restaurant und essen zu Abend. An zwei Essensständen gibt es frisch zubereitete Gerichte, die jeweils zu den Dörfern passen, also aus Asien, Südamerika und Afrika stammen. Auf der kleinen Terrasse vor unserem Baumhaus versuchen wir dann noch, mit dem Selbstauslöser ein paar Fotos zu machen – wir vorne und hinter uns der Blick in den Wald. Danach geht es in die Kojen. Der Geruch des Holzes erinnert ein wenig an unsere Nacht im Fass. Unsere Nachbarn sind ein paar Eichhörnchen. Angeblich soll es unten im Wald unter anderem Rehe, Füchse und einige Wildschweine geben.

Weite und Wald: Panarbora ist ein idealer Tagesausflug für Familien

Weite und Wald: Panarbora ist ein idealer Tagesausflug für Familien

Das Aufwachen wird von Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Bäume begleitet. Die Luft ist klar, die Sonne scheint und beim ausgiebigen Frühstück vom Büffet im Panarbora-Restaurant kommen wir mit den Leuten ins Gespräch. Ein Paar mittleren Alters lacht und sagt, sie hätten ganz herrlich in ihrem Baumhaus geschlafen, aber ihnen wäre irgendwann bewusst geworden, dass sie vermutlich die einzigen Gäste ohne Kinder waren. Da hätten sie sich einfach wieder selbst wie ein Kind gefühlt: alles ausprobiert, faul in der Hängematte gelegen, den Heckenirrgarten erkundet. Das sei einfach schön gewesen.

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Die ganze Geschichte über das Baumhaus, wen wir trafen und noch viel mehr Ausflugstipps stehen in Im Fass und unter Sternen.

Vielen Dank dem Deutschen Jugendherbergswerk Landesverband Rheinland für die kostenlose Übernachtung im Baumhaus!

Für wen?

Ein Paradies für Familien oder Alleinerziehende mit Kindern, denn man hat das Gefühl von Abenteuer und ist zugleich an einem sicheren und lehrreichen Ort. Panarbora ist aber auch etwas für Wanderer, die von dort aus das Bergische Land erkunden wollen. Und natürlich für Schulklassen, Jugend- und Seminargruppen.

Was ist in der Nähe?

Unter anderem der Altenberger Dom, eine 1133 errichtete Klosterkirche in Odenthal, Schloss Burg im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper und das Freilichtmuseums in Lindlar. 

Mülheim: Im Bauwagen an der Ruhr

Unsere kleine Terrasse zur Ruhr

Unsere kleine Terrasse zur Ruhr

Ich liebe das Ruhrgebiet. Die Menschen. Die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin. Eine Region, die kämpft – um einen gelungenen Strukturwandel, um Integration, um Arbeitsplätze und um neue Perspektiven. Menschen, die geradeheraus sind. Mit offenem Herzen. Echt und schnörkellos. Und die Ruhr, die durch ihr grünes Flussbett plätschert. Stetig. Ehrlich. Und ein wenig verträumt.

 

Erfüllen mit ihren Bauwagen Auszeitträume: Claudia und Thomas Hagemann

Erfüllen mit ihren Bauwagen Auszeitträume: Claudia und Thomas Hagemann

Auf genau diese Mischung treffen wir als wir durch Essen-Kettwig in Richtung Mülheim-Saarn fahren. Ein kleiner Obststand mit Erdbeeren und Kirschen, dahinter ein Feld mit Blumen zum Selberpflücken. Etwas versteckt auf der rechten Seite ein schweres Tor. Dahinter ein Platz für Dauercamper – und mit vier Bauwagen. Wir stehen noch oben auf dem kleinen Deich, schauen hinunter zum Fluss. Ab und an paddelt da jemand mit einem Kanu vorbei. Oder die Schiffe der „Weißen Flotte“ ziehen vorüber. Mit Passagieren, die freundlich winken und sich gegenseitig auf das kleine Paradies aufmerksam machen, auf die knallroten Bauwagen mit weißen Fenstern dort am Ufer, mit ihren niedlichen Terrassen, dicken Blumenpötten und sogar einer mit Salatköpfen und kleinen Tomaten bepflanzten Wanne davor.

Sogar eine Wanne mit Gemüse gibt es. Ernten ist ausdrücklich erlaubt

Sogar eine Wanne mit Gemüse gibt es. Ernten ist ausdrücklich erlaubt

 

Claudia und Thomas Hagemann sitzen vor einem der Bauwagen auf einer Bank und winken. Von der Straße aus hatten wir die zwischen 8 und 14 Quadratmeter großen Wagen gar nicht gesehen. Umgekehrt hört man auch nichts von der Straße. Nur ab und an ein Krächzen von Enten oder Gänsen, die mit ihren Jungen übers Wasser ziehen. „Das hier ist ein Geheimtipp – und soll es auch bleiben“, sagt Thomas Hagemann.

Das Bauwagenhotel betreiben die beiden nebenberuflich. Ein Hobby voller Leidenschaft. Die Wagen bekam Hagemann, Tischler und Sozialarbeiter, über Beziehungen, durch Mundpropaganda oder aus Konkursmassen – „wenn ich sie abholte, waren sie komplett kaputt und mussten neu aufgebaut werden.“ Alle vier Wagen haben Ruhrblick, sind entweder mit Stromanschluss ausgestattet oder über eine Solaranlage autark. Duschen und Toiletten sind auf dem Campingplatz, hell und sauber.

Eine kleine Bank am Fluss. Für das kühle Bier am Abend

Eine kleine Bank am Fluss. Für das kühle Bier am Abend

Hinter jedem Bauwagen liegt ein knallrotes Kanu, das zusätzlich gebucht werden kann. Im Innern sehen die Wagen aus wie maritime Ferienhäuschen. Alles Holz, kleine weiße Möbel, praktische Hochbetten oder Sofas, die man rasch zu Betten umwandeln kann. Viel Stauraum, liebevolle Details wie Spiegel, Kuscheldecken oder Vasen mit Blumen darin. „Das macht sie“, sagt Thomas und zeigt auf Claudia, seine Frau. Auch die hat tagsüber einen Fulltimejob und sieht die Arbeit an den Bauwagen als Entspannung. „Die Leute kommen aus der ganzen Welt, manchmal aber auch nur aus dem Nachbarort. Alle wollen mal richtig ausspannen – und das kann man hier wirklich gut.“ Thomas nickt und ergänzt: „Manche reisen gestresst vom Job an und fahren tiefenentspannt wieder nach Hause. Es ist die absolute Entschleunigung.“

Ruhrpott-Romantik

Ruhrpott-Romantik

Auch für uns. Wir kaufen beim Italiener in Essen-Kettwig ein, sitzen bis tief in den Abend hinein vor „unserem“ Bauwagen – mit einer bunten Vorspeisenplatte, Nudeln, Pizza und Wein. Und wir schauen auf die Ruhr. Völlig tiefenentspannt. Da, wo alles begann. Zuhause im Ruhrpott.

 

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Mehr über das Bauwagenhotel gibt es hier.

Die ganze Geschichte über das Bauwagenhotel und seine Besitzer, wie wir dort die Nacht verbrachten und unsere Reise quer durch NRW dort zu Ende ging, steht in Im Fass und unter Sternen.

Vielen Dank an Claudia und Thomas Hagemann für die kostenlose Übernachtung im Bauwagen!

 

Für wen?

Für alle, die von einem wunderschönen Ort aus das Ruhrgebiet entdecken wollen. Toll für Familien, Alleinreisende und verliebte Paare, für Wanderer, Fahrradfahrer, Kanuten und Kulturbegeisterte.

Was ist in der Nähe?

Urige alte Stadtteile und Städte mit historischem Kern, die man vom Bauwagen aus nach und nach erkunden kann: Mülheim-Saarn mit Kloster Saarn, Essen-Kettwig, Essen-Werden, Velbert-Langenberg, Hattingen. Und natürlich Essen mit dem Baldeneysee, der Villa Hügel, der Zeche Zollverein und dem Museum Folkwang.

Hellenthal: Ein Fass in der Eifel

Stille. Absolute Stille. Und die totale Dunkelheit. Dazu weiche Kuscheldecken. Und dieser holzige Geruch. Seit Jahren habe ich nicht mehr so gut geschlafen wie in dem kleinen runden Holzfass an diesem besonderen Ort: ein Camping-Platz hoch oben auf einem Berg im Eifel-Dörfchen Hellenthal. Da ist diese unglaubliche Behaglichkeit. Diese dicke, weiche, riesige Matratze auf der Liegefläche. Im vorderen Bereich des Fasses gibt es einen ausziehbaren Tisch und zwei gemütliche Bänke, die sich zu Betten ausklappen lassen.

Auf dem Gelände des Campingplatzes verstecken sich gleich mehrere Schlaffässer

Auf dem Gelände des Campingplatzes verstecken sich gleich mehrere Schlaffässer

Die 4,30 Meter langen und 2,25 Meter hohen Schlaffässer sind echte Raumwunder, bieten bis zu vier Personen Platz, haben Stauraum für massig Gepäck und vorne und hinten Fenster. Es gibt Strom, Heizung, Wärmestrahler, praktische kleine Haken und Regale, selbstverständlich Licht, zusätzlich eine Taschenlampe, einen Rauchmelder und neben warmem Bettzeug auch eine Heizdecke. Alles ist in rot-weiß gehalten. Gemütlich, heimelig und liebevoll bis ins Detail. Vor dem Fass ist ein kleiner gepflasterter Bereich mit einem Tisch und drei Stühlen. Außerdem kann man sich noch auf zwei kleinen Sitzgelegenheiten am Fass, dicht an die Holzwand geschmiegt, niederlassen. In Sichtweite gibt es eine kleine Gemeinschaftsküche, außerdem überaus sauberen Toiletten, Waschgelegenheiten und Duschen.

Frühstück im Fass

Frühstück im Fass

„Wollen Sie morgen auch Frühstück? Gleich im Fass?“, fragt Doris Hanf. Mit ihrem Mann und ihrem Bruder Friedbert Schülter betreibt sie den terrassenförmig am Hang angelegten Platz. Vor drei Jahren sahen sie die Fässer in einem Prospekt und bestellten drei davon. Eine lohnende Investition: „Es kommen immer mehr Fahrrad- und Motorradfahrer oder Besucher unserer Dauercamper, dachten wir zuerst. Aber es kommen noch ganz andere Leute: viele Menschen aus den Nachbarorten, weil sie einfach mal ein Wochenende für sich haben wollen. Wir hatten auch mal einen Achtzigjährigen aus Australien hier, der war total begeistert. Und einen Frauenverein aus der Eifel, Durchschnittsalter über 70, die waren mit zwölf Frauen hier, kamen mit einem Pferdekutschwagen rauf, haben abends in unserem Restaurant gegessen und dann jeweils mit vier Leuten im Fass geschlafen. Ich hab’ sie bis ins Haus hinein lachen gehört.“ Überhaupt seien es auch viele ältere Menschen, die die Fässer nutzen: „Manche Leute haben es immer geliebt zu zelten, merkten aber dann mit dem Alter, dass es doch sehr unbequem wurde. Im Fass haben sie eine gute Alternative: die Romantik des Zeltens, aber mit viel mehr Bequemlichkeit und Komfort.“

Viel Platz zum Toben

Viel Platz zum Toben

Und gleich vor dem Fass außergewöhnlich frische Luft. Denn Hellenthal ist nachgewiesenermaßen der Ort mit der bundesweit saubersten Luft. Es gibt eine berühmte Greifvogelstation, eine große Talsperre und eine wunderschöne Umgebung, die sich wie ein riesiges Panorama vor einem erstreckt, wenn man auf der kleinen Holzbank oberhalb des Campingplatzes sitzt. Hellenthal liegt direkt am Nationalpark Eifel, wo es noch Wildkatzen, Schwarzstörche und über 2.000 weitere bedrohte Tier- und Pflanzenarten gibt und wo täglich Ranger Besucher durch die Eifelwildnis führen und ihnen zeigen, wie wunderbar ursprünglich die Natur im bevölkerungsreichsten Bundesland doch sein kann.

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 Mehr Infos zu Schlaffass findet ihr hier.

Eifel, aber lieber dicke Mauern statt Fass? Dann schaut mal hier.

 

Für wen?

Für Naturliebhaber, Wanderer, Mountainbike- oder Motorradfahrer, aber auch für Familien und ganz besonders für ältere Menschen, die noch rüstig sind.

Was ist in der Nähe?

Der Nationalpark Eifel, der Olefsee und die Greifvogelstation Hellenthal mit Wildfreigehege. Außerdem natürlich das Städtchen Monschau. Und: wunderschöne Wander-, Rad- und Mountainbike-Routen.

Münsterland: Ein Zelt auf dem Bauernhof

Wanda liebt Dreck - und den Duft von Kamille

Wanda liebt Dreck - und den Duft von Kamille

Wanda findet die ganze Sache cool. Hauptsache sie darf da liegen. Zwischen der Kamille. Die duftet so schön. Außerdem kann sie da wunderbar ihre Schweineschnauze im Dreck reiben. Und ab und an genüsslich grunzen. Wanda ist das Empfangsschwein auf dem Kinderbauernhof Wigger im westfälischen Greven. Ihr Häuschen hat sie mitten auf dem Hof. Von dort aus begrüßt sie die Gäste, die auf dem Hof ihre Ferien verbringen.
 

Gäste kommen viele. Schulklassen, die einen Tag auf dem Land verbringen möchten. Geburtstagskinder jeden Alters, die bei Wiggers auf dem Hof ihre Party feiern. Familien, die Urlaub in den Ferienwohnungen machen. Und solche wie wir: die einfach mal ungewöhnlich übernachten möchten. Auf dem Bauernhof gibt es dafür gleich zwei Möglichkeiten: das Heuhotel mit dicken Ballen und angrenzenden Waschräumen oder ein Zelt, direkt gegenüber auf der Wiese.

Unser Freiluft-Zuhause auf der grünen Wiese

Unser Freiluft-Zuhause auf der grünen Wiese

Wir entscheiden uns für die härtere, aber weniger pieksende Variante: zwei Nächte in unserem eigenen Zelt: Unser kleines grünes Kuppeldach-Zelt steht. Iso-Matten und Schlafsäcke sind ausgerollt. Wir decken den Abendbrottisch unter freiem Himmel. Wiggers haben uns Tisch und Stühle auf die Wiese gestellt. Die Sonne brennt. Unsere Tochter packt ihre blaue Luftmatratze aus, richtet sich darauf eine Spielecke ein und geht dann auf Entdeckungstour zu Wanda und ihrem Team: Esel, Ziegen, niedlichen Kaninchen, kuscheligen Meerschweinchen und natürlich: Ponys!

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Vor dem Ritt am Abend müssen wir noch baden – im kühlen Mais. Wiggers haben im hinteren Bereich der Spielscheune zehn Tonnen Maiskörner in ein riesiges Becken kippen lassen. Darin können große und kleine Gäste eintauchen. Das fühlt sich gut an. Staubig, kribbelig und an einem heißen Sommertag so richtig erfrischend.

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Auf dem Hof gibt es außerdem ein Sandspielhaus, ein Trampolin, den  großen Bolzplatz, einen Reitplatz, Tischtennis, eine Spielscheune mit Riesen-Bausteinen, Kicker und Schach, einen Heuspielplatz mit Heurutsche und Kletterwänden und draußen jede Menge Kettcars.

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Müde vom Toben fallen wir auf unsere Isomatten. Und schlafen. Bis uns am frühen Morgen Vogelgezwitscher weckt. Ich taste mich aus dem Zelt und brühe Instantkaffee in der Gemeinschaftsküche auf. Danach sitze ich noch eine Zeitlang alleine auf der riesigen Wiese und schaue dem Esel beim Grasen zu, bevor es im Zelt munter wird und Wiggers die kleinen Hofgäste zum Füttern der Tiere mitnehmen, denn das ist ihnen wichtig, sagen sie, „dass die Kinder lernen, gut mit den Tieren umzugehen. Viele haben anfangs gar keine Beziehung zur Natur.“ 

Bei vielen müsse man inzwischen richtiggehend Aufbauarbeit leisten: „Es gibt wirklich Kinder, die denken, die braunen Kühe gäben Kakao. Kein Witz!  Letztens stand ein Junge vor einem Esel, der laut ‚Iah‘ schrie und dachte trotzdem, es sei eine Ziege.“ Familie Wigger findet das bedenklich und hat sich deshalb das Ziel gesetzt, Kindern und Erwachsenen auf dem Hof zu zeigen, wie schön die Natur und wie wichtig der respektvolle Umgang mit deren Lebewesen ist. Neben dem Füttern und Pflegen gehört deshalb auch dazu, dass kleine Reiter ihre Ponys gemeinsam von der Koppel holen, sie putzen und streicheln, bevor es in den Sattel geht.

Ein wenig wehmütig packen wir am nächsten Tag unsere Sachen, verabschieden uns von Menschen und Tieren und setzen unsere Tour fort. – Wie es dann weiterging und noch mehr über den Kinderbauernhof, lest ihr in Im Fass und unter Sternen.

 

Für wen?

Ein idealer Ort für Familien. Da der Hof in der Nähe der A1 liegt, ist er auch ideal für Zwischenübernachtungen auf längeren Urlaubsreisen.

 

Was ist in der Nähe?

Die Stadt Münster mit all ihren Schönheiten. Perfekt für Familien: der Allwetterzoo mit dem Westfälischen Pferdemuseum, das Mühlenhof-Freilichtmuseum, außerdem das Planetarium und natürlich der Aasee mit Aaseepark und tollen Bootstouren. Perfekt für große und kleine Kulturinteressierte: die historische Innenstadt, unter anderem mit Stadtmuseum und Kunstmuseum Pablo Picasso, mit Prinzipalmarkt, St.-Paulus-Dom und dem Krameramtshaus.